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Oberstufe: Erfolgreiches Wahlfachangebot

An den meisten schweizerischen Oberstufenschulen werden zusätzlich zum schulischen Pflichtprogramm Wahlfächer angeboten, so zum Beispiel Kochen, Klettern, Theater, Schulband, Tanzen, Ballspiele, Medienkunde, Technisches Gestalten. Eine Umfrage bei Schülerinnen und Schülern der Oberstufe Buchs SG ergab Folgendes: Nur 17% der Jugendlichen wählen die Wahlfächer so, dass sie den Unterricht gemeinsam mit einer Freundin oder einem Freund besuchen können. 87% achten darauf, dass ihnen die Wahlfächer für die Berufswahl hilfreich und nützlich sind. 92% der Jugendlichen geben an, dass sie sich auch wirklich für die gewählten Fächer interessieren. Bei 80% der Jugendlichen ist es wichtig, dass ihnen die zuständige Lehrperson sympathisch ist.
(«Buchs aktuell», April 2019)

Die oft gehörte Behauptung, Schülerinnen und Schüler im Oberstufenalter wären minimalistisch und würden jeglichen zusätzlichen Aufwand scheuen, scheint nicht stichhaltig zu sein, sämtliche Jugendliche wählen trotz des bereits seh…
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Das Fundament pflegen, damit das Haus nicht zusammenbricht

In Deutschland zeichnet sich ein zunehmender Mangel an Fachkräften ab. Allein in Bayern fehlten 2018 insgesamt 260'000 Fachkräfte, im Jahr 2030 werden es voraussichtlich 542'000 sein. Die grössten Engpässe bestehen bei handwerklichen und technischen Berufen, im Baugewerbe sowie in der Alten- und Krankenpflege. Der volkswirtschaftliche Schaden ist enorm und betrug allein in Bayern im vergangenen Jahr rund 20 Milliarden Euro.
(Dokumentationssendung «Fachkräfte dringend gesucht!», BR Süd, 24. April 2019)

Jetzt müsste es eigentlich auch in den Ohren der letzten Verfechter des gymnasialen Bildungswegs klingeln: Das Gymnasium gehört abgeschafft. Wenn immer weniger junge Leute handwerkliche und soziale Berufe ergreifen, ist das, wie wenn man bei einem Haus den dritten und vierten Stock immer weiter ausbauen und gleichzeitig das Fundament verfaulen lassen würde - bis das Haus eines Tages zusammenbrechen wird. Gymnasien sind überflüssig. Es ist sämtlichen Jugendlichen zuzumuten, nach d…

Samira XIV

Kürzlich sagte Samira – sie ist jetzt fünf Jahre und acht Monate alt -, eigentlich wäre sie lieber im Himmel als auf der Erde. Als ihre Mama wissen wollte, weshalb, sagte sie, im Himmel könne man immer genau das tun, was man am liebsten mache. Und es gäbe auch nie Streit zwischen ihrer Schwester und ihr. Ein anderes Mal sagte sie, sie wäre lieber wieder dort, wo sie früher gewesen sei.

Kinder scheinen eine unbändige Sehnsucht nach dem Paradies in sich zu tragen. Vielleicht die Erinnerung an einen Ort, wo sie einmal gewesen waren. Oder die Vorausahnung eines Ortes, wo sie dereinst, wenn das irdische Leben abgeschlossen ist, hingehen werden. Auch Kinder, die in einem Kriegsgebiet geboren wurden und dort aufwuchsen, haben diese Sehnsucht. Sie wurde durch die Erfahrungen des Krieges nicht ausgelöscht, im Gegenteil. Auch sie träumen von einer friedlichen und gerechten Welt, allen negativen Erfahrungen zum Trotz.
Was können wir Erwachsene daraus lernen? Auf die Kinder hören, sie ernst nehmen,…

Kinder, die nachts nicht mehr schlafen können...

«Was wir mit zehnjährigen Mädchen und Jungen an unseren Grundschulen anstellen, ist nicht nur fragwürdig, es wird Kindern in keiner Weise gerecht.» Mit diesen Worten übte die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, Kritik am Übertrittsverfahren. Anlass der Kritik sind sog. Übertrittszeugnisse, die Anfang Mai an Mädchen und Jungen vierter Grundschulklassen ausgehändigt werden. Sie berechtigen zum Übertritt auf eine weiterführende Schule. Wer ein Gymnasium besuchen will - und das wollen die meisten - braucht einen Schnitt von mindestens 2,33 in den drei Hauptfächern Mathematik, Deutsch, Heimat- und Sachkunde. Damit dieser Schnitt ermittelt werden kann, müssen die Kinder zwischen Weihnachten und April ca. 20 Prüfungen absolvieren. «Dieser Marathon überfordert viele Kinder», erklärt Fleischmann. Am sinnvollsten aus pädagogischer Sicht wäre es jedoch, «Schulen grundsätzlich so zu gestalten, das sie zum Kind passen - nicht umgekehrt.» Das Kul…

«...um Dinge zu tun, die auch wirklich Spass machen...»

Die Zahlen der WHO sind erschreckend: Fast ein Drittel aller 11-jährigen Schulkinder in der Schweiz leidet an Schlafproblemen. 15 Prozent von ihnen geben gar an, ständig niedergeschlagen zu sein. Der Grund ist oft Stress! Das ist nicht weiter erstaunlich. Denn nebst der Tatsache, dass die Kinder heute immer früher eingeschult werden, werden auch die Erwartungen an sie immer grösser. Frühenglisch, Frühmathe, Leistungssport – der Optimierungsdruck unserer Leistungsgesellschaft ist geradewegs in den Kinderzimmern angekommen. Der Terminkalender eines Kindes ist mittlerweile so voll wie der eines gestandenen Managers. Nur: für die «Grossen» gibt es zahlreiche Regelungen, die sie vor Überlastung schützen sollen. So sind zum Beispiel die Höchstarbeitszeiten festgelegt, Sonntag- und Nachtarbeit brauchen spezielle Bewilligungen und das Leisten von Überstunden ist genau geregelt.
Wenn aber trotzdem schon die Erwachsenen über Überlastung bis hin zu Burn-Outs klagen und deshalb Kurse in Stressma…

«Es wäre viel einfacher, die Gesellschaft glücklicher zu machen»

In keinem anderen Land wird das kapitalistische, auf den Kampf aller gegen alle ausgerichtete Schulsystem so sehr auf die Spitze getrieben wie in Südkorea. Da sind zwölf Unterrichtsstunden pro Tag keine Seltenheit. Der Unterricht besteht fast ausschliesslich auf Auswendiglernen. «Das verhindert», so die 15jährige Schülerin Dohyeon Kim, «dass wir eigene Ideen entwickeln und ausdrücken können. Wir werden nur aufgrund von Zahlen beurteilt und nicht als Personen wahrgenommen.» Die grosse Mehrheit der südkoreanischen Schüler und Schülerinnen besucht nach der Schule noch privaten Nachhilfeunterricht oft bis Mitternacht oder ein Uhr morgens. Für Hobbys bleibt da keine Zeit. Die Freizeit wird ausschliesslich dafür gebraucht, sich für die Prüfungen vorzubereiten. Viele Jugendliche klagen über Versagensängste und Südkorea hat die weltweit höchste Kindersuizidrate. Nach dem Schulabschluss gehen 70 Prozent der jungen Südkoreaner und Südkoreanerinnen an eine Universität. Wer das nicht schafft, gil…

Von den Kindern lernen...

An der Universität St. Gallen gibt es seit 14 Jahren eine psychologische Beratungsstelle. Rund 250 Studierende suchen sie pro Jahr auf. Die Fallzahlen nehmen pro Jahr zwischen 15 und 20 Prozent zu. Offensichtlich spielt der zunehmende Leistungsdruck dabei eine wichtige Rolle.
(www.srf.ch)

Nicht nur an den Universitäten, sondern auch in den Berufsschulen und an der Volksschule spricht man vom steigenden Leistungsdruck. Muss das sein? Ist dies notwendig, damit die Schüler, Schülerinnen, Studenten und Studentinnen möglichst viel lernen, um später einmal möglichst tüchtige und kompetente Berufsleute zu sein? Keineswegs. Gute Ärztinnen, gute Architekten, gute Köche und gute Krankenpflegerinnen gab es schon vor 20 oder 30 Jahren. Der steigende Leistungsdruck scheint vielmehr ein «hausgemachtes» Problem der jeweiligen Ausbildungsstätte zu sein. Durch die laufend höher geschraubten Anforderungen und die damit verbundene Akademisierung könnte es sogar sein, dass schlechter gerüstete Berufsleut…